Herbst auf Rügen

Dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen die Farben des Herbsts auf Rügen einzufangen und so machte ich mich Ende Oktober auf den Weg. Hauptziel war der Nationalpark Jasmund und selbstverständlich die Kreideküste selbst. Doch der Herbst 2014 wollte nicht so richtig in die Gänge kommen. Konstant hohe Temperaturen von +12°C tagsüber, sorgten für eine recht späte Laubfärbung, was ich dann vor Ort feststellen musste. Aber der Reihe nach.

Für das Wochenende habe ich eine Übernachtung in Sassnitz eingeplant, wollte aber den Sonnenaufgang am Samstag auch ablichten. Daher ging für mich um 2:00Uhr der Wecker und über die leeren Straßen ging es in gut drei Stunden von Hamburg nach Rügen. Vor Ort angekommen ging es von der Waldhütte ein Stück durch den Wald und dann hinunter ans Wasser. Während des Fußmarsches deutete sich am Horizont, durch die lockeren Wolken, ein schöner Sonnenaufgang ab.

Am Fuße der Kreidefelsen angekommen blieben nur wenige Minuten um einen passenden Bildausschnitt zu wählen, der Kreideküste und Sonnenaufgang in einem Bild vereint. Doch letztlich habe ich eine schöne Stelle gefunden und konnte dieses erste Bild machen. 7:35Uhr – der Start in das Fotowochenende war gelungen!

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Während die Sonne langsam immer höher stieg, nutze ich Weitwinkel- und leichte Teleobjektive, um die von der Sonne angestrahlte Küste abzulichten.

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Wie man bei dem Querformat hier schon sehen kann, sind die Baumkronen entlang der Küste noch sehr grün – da hatte ich mir mehr erhofft.
Als das Licht immer härter wurde ging es zurück in den Wald und an die noch betretbaren Stellen der oberhalb der Küste. Man sollte sich immer der möglichen Gefahren vor Ort bewusst sein, dass jeden Moment ein Teil der Klippen abbrechen und in die Tiefe stürzen könnte. An den Hängen zu verweilen ist demnach nicht zu empfehlen – auch wenn es stellenweise unvorstellbar ist, dass diese abbrechen könnten.
Wie sich die Küste verändert zeigt das folgende Bild. Herabgestürzte Bäume zeugen von vorherigen Erdrutschen und an manchen Stellen sieht man welche Bäume es wohl als nächstes treffen wird.

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Im Anschluss daran musste ich erst einmal frühstücken und der restliche Tag wurde mehr oder minder für die Location Suche genutzt, da das Wetter nicht so richtig mitspielte. Die Location Suche beschränkte sich nicht nur auf die Küste, sondern auch auf Teile weiter im Waldesinneren, unter anderem auf diesen Weg. Nachdem eine geeignete Stelle entlang des Weges gefunden war, die den Verlauf des Weges schön zeigte, konnte ich für Samstag hier mein letztes Bild machen.

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Zum Sonnenuntergang setzte Regen ein, wodurch der Sonnenuntergang wörtlich ins Wasser viel. Doch bei dem Gedanken daran, dass durch den Regen das Laub am nächsten Tag nass und dadurch farbintensiver seien würde, lies mich diesen kleinen Dämpfer ganz gut verkraften.
Am nächsten Morgen ging es noch vor Sonnenaufgang wieder in den Wald und noch bevor die Sonne aufging, zur blauen Stunde, konnte ich diese Aufnahme machen. Sie zeigt eine alte Buchen am Abgrund der Küste – links unten im Bild sieht man, wenn man genau hinsieht, die Ostsee.

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Da dichte Wolken über dem Horizont hingen blieb ein Sonnenaufgang, wie am Morgen zuvor, aus und so machte ich noch ein, zwei Bilder oberhalb der Küste.

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Und dann waberte langsam aber beständig Nebel in den Wald. Die Feuchtigkeit zog  zwischen den Bäumen hindurch und bildete eine eindrucksvolle Atmosphäre. Ich folgte dem Nebel in den Wald und hier verbrachte ich den restlichen Tag um möglichst stimmungsvolle Aufnahmen machen zu können.

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Als sich dann der Nebel zum Nachmittag langsam wieder verzog habe ich mich noch an einem Waldboden Motiv probiert welches die das letzte Bild zeigt.

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Danach ging es mit einer Speicherkarte voll mit tollen Bildern zurück Richtung Hamburg!
Bei fast 90% der Bilder kam ein Polfilter zum Einsatz. Dieser intensivierte die Farben des Laubes sehr schön, sodass hier stellenweise nur wenig Bildentwicklung notwendig war.

Bei Fragen oder Meinungen, freue ich mich über euer Feedback hier unter diesem Post!

 

 

 

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2 Comments

  1. Reply
    Stefan November 18, 2014

    Hallo Marcus,

    super schöne Fotos. Trotz des mäßigen Wetters scheinst du das beste herausgeholt zu haben.

    Eine Frage zum Sonnenaufgangsfoto (1. Foto ganz oben): Kam hier ein leicher Graufilter zum Einsatz? Wenn ja welcher? Bzw. mit welchen Belichtungszeiten bekommt man so ein ruhiges Wasser hin?

    Gruß Stefan

    • Reply
      Marcus Birkenfeld November 18, 2014

      Hallo Stefan,

      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Bei dem ersten Bild kam ein Verlaufsfilter von Lee 0,9 zum Einsatz, der dazu diente den Sonnenaufgang abzudunkeln.
      Das Motiv konnte ich so dann etwas länger belichten – hier waren es 2 sek.

      Gruß
      Marcus

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