Nord Irland – Reisebericht Teil 2

Teil 1 verpasst? – hier gehts zum 1.Teil

5. Tag

Der zweite Teil meines Reisberichts beginnt in der schönen kleinen Stadt Dunfanaghy an der Nordküste Irlands. Im Hotel angekommen empfahl man uns an der Rezeption, bei dem guten Wetter, mit dem Auto die Rundtour um Horn Head zu machen. Eine schmale Straße schlängelt sich um diesen Bereich der Küste und bietet an vielen Stellen tolle Ausblicke über das Landesinnere und die Küste.

An einem der Hauptaussichtspunkte angekommen, parkten wir den Wagen und ginge den letzten Meter zum höchsten Punkt der Küste. Dort angekommen bot sich ein grandioser Ausblick – doch die Euphorie war schnell verflogen, weil dort oben unzählige Gnitzen ihr Unwesen trieben. Am Anfang dachte ich noch „ ach die ein zwei Viecher“ – aber dann wurden es immer mehr und das Ende vom Lied war ein zerstochenes Gesicht. Schnell ging es zurück ins Auto und wieder hinab in die Stadt – um auf der Tour wenigstens ein Foto gemacht zu haben, hielten wir auf halber Strecke erneut und ich knipste unser treues Vehicel, das uns tapfer von A nach B brachte.

Car_Marcus Birkenfeld

In Dunfanaghy wieder  angekommen, kauften wir sofort das stärkste Anti-Insektenmittel was wir bekommen konnten, welches von dem Tag an unser stetiger Begleiter wurde.

Bei einem köstlichen Kaffee planten wir die nächsten Tage und entschieden noch heute zum Fanad Lighthouse zu fahren. Ein Spot der ganz weit oben auf meiner Liste stand und unbedingt auf die Speicherkarte gebannt werden sollte. Ich habe etliche Bilder gesehen die diesen alten Leuchtturm bei strahlendem Wetter zeigten mit tollen Sonnenauf- und untergängen.
Auf der Autofahrt zum Fanad Head wurden die Wolken immer dunkler und ich sah meine Chancen auf einen tollen Sonnenuntergang schwinden.
(PS:  bei diesen Koordinaten (55.189404,-7.764337) wurde eine neue Brücke gebaut die noch nicht in unserer Landkarte eingezeichnet war, weil sie wohl recht neu ist – man spart eine Menge Zeit 🙂 )
Vor Ort angekommen regnete es – aber nun waren wir soweit gefahren und ich wollte nicht ohne ein Foto die Rückreise antreten.

Also packte ich meine Sachen und stiefelte die letzten Meter zum Lighthouse. Endlich konnte ich mein Raincover für meine Kamera testen dachte ich zynisch. Als dann Stativ und Kamera aufgebaut waren und ich die ersten Aufnahmen gemacht hatte, öffnete sich auf einmal die Wolkendecke über uns. Es hörte auf zu Regnen und die Sonne kämpfte sich durch die dicken Wolken. Was wir dann sahen war einfach wunderschön – ein Regenbogen spannte sich über Fanad Lighthouse, plötzlich  war alles perfekt. Mir blieb nichts anderes übrig als auf den Auslöser zu drücken und den Moment zu genießen…

 Fanad_head_Marcus Birkenfeld

Dieses Schauspiel wollten sich wohl auch diese drei Gefährten nicht entgehen lassen und gesellten sich zu uns auf die Wiese.

Schafe_Marcus Birkenfeld

6. Tag

Für den nächsten Tag hatten wir eine Wanderung geplant – Mc Swynes Gun Walk. Eine Wanderroute von ca. 10km Länge, wobei weite Teile an der Küste entlangführen, die  nur zu Fuß zu erreichen sind. Und ihren Namen einer Gesteinsformation verdankt, die bei Brandung das Meereswasser in die Höhe schießen lässt. Um es gleich vorweg zu nehmen – wir hatten weder Wind noch Brandung und somit hat auch keine Gun auf unserem Rundweg geschossen. Nichts desto trotz kann ich jedem diese Wanderung nur empfehlen, weil man ganz tolle Eindrücke gewinnt. Zum Beispiel kommt man an diesem entlegenen Strand vorbei.

 

Walkaround_Marcus Birkenfeld

Am Abend fuhren wir an die Westküste zu einer Region die man Bloody Foreland nennt. Der Name hat nichts damit zu tun, dass unzählige Menschen oder Schafe hier ihr Leben lassen mussten, sondern weil die Abendsonne das dort vorherrschende rote Gestein blutrot leuchten lässt. Hier ein kleiner Tipp vorweg – die besten Bedingungen für diese Schauspiel hat man wohl im Herbst, weil dann der Sonnenstand beim Untergang weiter südlich ist und somit der Einfallswinkel des Sonnenlichtes besser ist.

Aber ich will mich nicht beklagen, denn wir durften vor Ort einen fantastischen Sonnenuntergang erleben. Schaut am besten selbst und wenn ihr euch dann noch das Meeresrauschen vorstellt, sowie das Geschrei der Möwen, dann könnt ihr euch vielleicht vorstellen wie es dort war.

Bloody_Foreland_1_Marcus Birkenfeld

Bloody_Foreland_2_Marcus Birkenfeld

7. Tag

Am nächsten Morgen hies es dann wieder Koffer packen, frühstücken und los. Unsere nächste und letzte Unterkunft auf unserer Rundtour war in Portnoo – einem kleinen…ja ich weiß auch nicht was es genau war, aber es war klein :D. Auf dem Weg dorthin lagen allerdings noch ein paar Motive und so machten wir den Weg zum Ziel und steuerten als erstes den Glenveagh Natinal Park an.

Der National Park war einer der wenigen Sehenswürdigkeiten, die im Landesinneren lagen. Dennoch war auch hier das Wasser nicht weit – ein riesiger See bildet das Zentrum des Parks, umzingelt von bis zu 200m hohen Bergen. Hier der erste Eindruck den man 50m vom Parkplatz aus erhaschen kann.

Glenveagh_National_Park_Marcus Birkenfeld

Mit dem Bus fuhren wir dann zum Glenveagh Castle, welches mitten im Park liegt. Das Schloss als solches interessierte mich nicht so wirklich, vielmehr der in 200m Höhe gelegene Aussichtspunkt. Da fuhr allerdings kein Bus hoch – also Rucksack auf, Stativ über die Schulter und los. Oben angekommen bot sich ein fantastischer Ausblick der es die Mühe wert war hier hochgewandert zu sein.

Glenveagh_Ausblick_Marcus Birkenfeld

Unweit vom Glenveagh National Park liegt der höchste Berg Nord Irlands  – der Errigal Mountain mit 749m Höhe. Und weil es nicht weit entfernt war, und er zufällig auf meiner Motivliste stand, fuhren wir hier auch noch hin 🙂

Bei meiner Recherche vor der Reise fand ich einen Blick auf den Berg der mir sehr gut gefiel – letzten Endes waren wir auch an diesem Spot, aber überzeugende Ergebnisse habe ich von dort aus nicht mitgebracht. Deswegen zeige ich euch hier einen etwas anderen Blickwinkel auf den Berg als geplant.

Errigal_Marcus Birkenfeld

Und dort wo wir am Straßenrand geparkt hatten schlängelte sich auch noch dieser Bach entlang:

Bach_Marcus Birkenfeld

Nachdem wir dann erfolgreich im Hotel eingecheckt hatten entschieden wir uns noch einmal loszufahren. Ziel war Muckross Head – ein Küstenabschnitt, unweit der Slieve League, der mit 600m Höhe höchsten Küste Europas. Muckross Head allerdings zeichnet sich durch zerklüfteten Sandstein aus, der über die Zeit durch Wind und Wetter zu messerscharfen Kanten geformt wurde. Zwischen zwei Regengüssen konnte ich dieses s/w-Bild machen.

Muckross_Head_Marcus Birkenfeld

8. Tag

Der nächste Tag war dann der letzte Foto-Tag. Mit dem Auto fuhren wir die Westküste entlang bis nach Mullaghmore. Dort gibt es ein kleines Castle, welches auch das Titelblatt unseres Reiseführers schmückte – also ein MUSS wenn man auf dieser Ecke ist. Das besondere bei diesem Motiv ist, dass wenn man es von der richtigen Perspektive betrachtet, sich im Hintergrund eine Bergkette erstreckt die dem Schloss eine entsprechende Kulisse verschafft.

Unser Reiseführer zeigte das Schloss bei strahlendem Sonnenschein – doch als wir vor Ort ankamen regnete es leicht. Dicke schwere Wolken zogen von der Küste her über das Land und legten sich wie ein Tuch über die Bergkette. Da war mir der gewünschte Sonnenschein plötzlich egal, denn so passte alles wieder perfekt zusammen. Alles war schön düster!

Mullaghmore_Castle_Marcus Birkenfeld

Danach fuhren wir noch ein wenig durch die Gegend – die Sonne kam noch einmal raus und wir hielten dort wo es gerade uns gefiel. Unter anderem hier, am Fuße des Gebirges, welches sich hinter dem Schloss erstreckte.

IMG_5622_SharpeneHorseShoe_Marcus Birkenfeldd-version

Damit endet mein Reisebericht, denn hiernach habe ich nicht mehr fotografiert. Was noch folgte war ein Ausflug in ein Mega-Outlet Center, auf unserer Rückreise nach Dublin, meiner Freundin zur Liebe. Diesen Stopp hatte sie sich wirklich verdient 🙂

Fazit:

Irland ist ein unglaublich schönes und abwechslungsreiches Land das ich auf jeden Fall wieder bereisen möchte. Die Landschaften sind einfach atemberaubend und die Kombination aus Meer und Bergen hat uns sehr gut gefallen. Wer sich ebenfalls gut für eine Fotoreise vorbereiten möchte, dem kann ich empfehlen den Kartendienst von Google zu verwenden. Denn in Irland ist jede Straße via Steet-View erschlossen. Man kann sich also, wenn man das möchte, sehr genau vorbereiten. Beim Thema Straße kann ich nur empfehlen ein kleines Auto zu mieten. Wir waren an vielen Ecken froh, dass unser Wagen sehr kompakt war, denn die Straßen sind stellenweise sehr schmal und schlecht einzusehen in den Kurven – Stichwort Hecken!

Ich hoffe, dass Ihnen der Bericht gefallen hat und ich Ihnen die Vorzüge dieser Insel schmackhaft machen konnte. Über ein Feedback zu meinen Bildern oder dem Bericht würde ich mich sehr freuen. Ebenfalls bin ich auch gerne bereit Fragen zu beantworten.

Ein letzter Hinweis an dieser Stelle. Eine Auswahl meiner Irlandbilder wird bald zum Kauf angeboten. Sollten Sie Interesse an einem Druck für die eigenen Wände haben, schreiben Sie mir.

 

 

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4 Comments

  1. Reply

    […] Hier geht es zum 2. Teil […]

  2. Reply
    Oliver Utesch September 29, 2013

    Hallo Markus,

    sehr beeindruckende Fotos von einem Land, dessen schöne Seiten Du uns mit diesem Bericht sehr schmackhaft gemacht hast ! Klasse ! Mehr davon !

  3. Reply
    Johannes Nickel September 29, 2013

    Hallo Marcus, ich bin wirklich begeistert von den Bildern, welche Du mitgebracht hast. Danke, dass Du sie mit uns teilst!

  4. Reply
    Daniela Rauch August 18, 2015

    Lieber Marcus,
    vielen Dank für diesen tollen Foto-Reisebericht!
    deine Bilder sind einfach wundervoll und ich denke ich werde einige deiner Reiseziele auch zu den meinigen machen! Danke nochmals!

    Daniela

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