Vom Schicksal und wie es sich wendet

Man stelle sich folgendes Szenario einmal vor – man ist im Urlaub mit all seinem Fotoequipment, hat sich für den Urlaub extra noch Filter gekauft und kommt nach einem Abend am Strand zurück aufs Zimmer – reinigt schnell noch das Stativ und legt sich glücklich und zufrieden vom Tag zu Bett. Am nächsten Morgen nimmt man dann das Stativ in die Hand und zwei Teilelemente der Beine rutschen einfach heraus, ohne dass irgend eine Schraube locker war, geschweige denn, eine der Klemmverschlüsse geöffnet war.

Mein Blick musste, als ich das Unglück sah, ziemlich verzweifelt gewesen sein. Zwei der Klemmverschlüsse an meinem Stativ waren auf der Rückseite gebrochen!! Das Stativ war kurz um, nicht mehr zu gebrauchen – ebenso die Filter…
Meine Laune war im Keller, und das noch vor dem Frühstück 🙁
Als erste Reaktion wurde ein neues Stativ bestellt, was so schnell wie möglich vor Ort sein musste – alles andere wäre inakzeptabel gewesen! Dies war ein Fehler, denn danach habe ich Kontakt zu meinem Stativhersteller aufgenommen und der hat mir prompt die nötigen Ersatzteile, sowie das passende Werkzeug, kostenlos zugeschickt. Zwei Tage später war alles da und repariert.

Am selbigen Tag, als das Stativ sich selbst zerstört hatte, kündigte sich allerdings ein toller Sonnenuntergang an, welcher natürlich fotografisch dokumentiert werden musste – allerdings ohne Stativ!
Also zog ich los, ein paar Kilogramm Gepäck weniger und das SIGMA 15-30mm 1:3.5-4.5 an der Canon 5D montiert. Die Ergebnisse dieses Abends seht ihr hier. Ganz ohne Verlaufsfilter (nur digital) habe ich hier gearbeitet, und glaube so ziemlich das Beste aus der Situation herausgeholt.
Aber macht euch von der Situation am besten selbst ein Bild. Man kann wohl erahnen, welche Möglichkeiten das RAW-Format bietet. Die Lichtbedingungen waren schwierig für Singel-Shot Aufnahmen und dennoch hab ich mich bei allen Bildern gegen Belichtungsreihen entschieden.

 Strand_1
1/100 sec | f9 | ISO800

Strand_2

 1/30 sec | f8 | ISO640

Das letzte Bild ergab sich zwischen den beiden hier gezeigten Bildern. Am Strand war wenig los, doch die wenigen Menschen boten im Licht des Sonnenuntergangs ein tolles Motiv. So wie diese junge Dame – wenn ich sehe, dass sie ihre Schuhe trägt, spühre ich fast wieder den Sand unter meinen Füßen! Aufgenommen allerdings mit dem Canon 100-400mm f/4.5-5.6L IS USM.

Strand_3

1/640 sec | f5.6 | ISO 1000

Fazit:

Das Ergebnis dieses Abends ist für mich, dass man sich ruhig auch mal trauen kann ohne Stativ zu fotografieren. Wenn man allerdings die Möglichkeit hat, sollte man nicht drauf verzichten, weil es einem gestalterisch dazu zwingt, bewusster zu fotografieren. Zudem bietet ein Stativ mir, den eingeschränkten Einsatz meiner Filter und ermöglicht mir Langzeitbelichtungen, die ich bestimmt nicht missen möchte! Schön das mein Stativ wieder so schnell flot war!

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4 Comments

  1. Reply
    hellboy2503 August 3, 2012

    Für Single-Shot tolle Ergebnisse

  2. Reply
    Patrizia August 5, 2012

    Sehr schöne Ergebnisse! Besonders das erste finde ich großartig.
    Die schwierigen Lichtbedingungen bei Sonneuntergängen kennt wohl jeder, der sich schon mal daran versucht hat. Ohne jemals bisher mit Verlaufsfiltern gearbeitet zu haben, weiß ich aber auch, dass da der digitale Filter Wunder wirken kann. Da wundert man sich tatsächlich manchmal wie viel sich da digital in der Nachbearbeitung noch machen lässt.

    • Reply
      marcusbirkenfeld August 6, 2012

      Vielen Dank!
      Du hast recht, die digitalen Filter bieten schon eine Menge Möglichkeiten. Allerdings wirst du, was die korrekte Belichtung angeht, ohne Filter Probleme haben den Dynamikumfang in einem einzigen Bild abzudecken. Also müsstest du, um in allen Bereichen noch Zeichnung zu haben, eine Belichtungsreihe machen und diese dann überblenden.
      Ich würde nicht mehr auf die Filter verzichten wollen, wenn du einmal damit gearbeitet hast wirst du sie nicht mehr weggeben. Und die digitalen Filter hast du dann immer noch zusätzlich zur Verfühgung 😉

      • Reply
        Patrizia August 6, 2012

        Das glaube ich gerne. Man merkt ja auch, dass es mit digitalen Filtern Grenzen gibt, aber sie bieten schon sehr gute Möglichkeiten.
        Da ich aber so viel in Richtung Landschaftsfotografie auch noch nicht gemacht habe, habe ich auch noch keine Notwendigkeit gesehen mir Verlaufsfilter zu zulegen. Früher oder später werde die aber ganz bestimmt auch noch kommen^^

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